Verkehrszahlen

1.) DTV

Das durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen (DTV) in der FLS wurde von der Stadt Böblingen jahrzehntelang bis zum 19.4.2008 in höchst unterschiedlicher Weise "gehandhabt": mal war eine Auskunft gar nicht möglich, oder unterlag gar dem Datenschutz, mal wurde behauptet, man hätte gar keine Zahlen, dann waren es 7.000, oder 8.500, 6.800, 6.900, dann wieder 7.500, der letzte Wert liegt bei 6.700. Bis heute liegen keine hieb- und stichfesten Zahlen vor.

2.) Entwicklungen

Interessant ist auch das (saisonbereinigte) Abfallen der FLS-Verkehrszahlen seit Mitte letzten Jahres und der seit Februar 2008 wieder einsetzende Anstieg -  nebst einer regelrechten Explosion des Schwerlastverkehrs über 7,5 to. Die Verkehrsdatenerhebung fand im Oktober 2007 statt. Welch ein unglücklicher Zufall für die Liststräßler, die seit April sogar wieder mit "alten" Werten leben müssen (Stundenmittel bis zu 800 Kfz).

3.) Die ewigen ...............sagen wir ...... Peinlichkeiten

Gerne sagt man seitens der Stadt das Eine und fixiert schriftlich das Andere. Dass wir nicht immer mit stimmigen und belegbaren Argumenten überhäuft werden, ist uns seit Anfang 2006 gründlichst beigebracht worden.

Aktuelle Beispiele:

a) Was denn jetzt?

Am 17.4.2008 wurde der gesamten Zuhörerschaft mehrfach mitgeteilt -  auf spezielle Nachfrage(n) sogar wiederholt und bestätigt - dass in der FLS 7.500 Kfz/Tag unterwegs seien. Das zu dieser Veranstaltung ausgeteilte Papierchen "Verkehrsentwicklung der Stadt Böblingen - Bürgerinformation am 17.4.2008" besagt aber, dass es nur 6.700 seien.

b) Verwirrtaktik?

Alte Prognose (1992, fortgeschrieben 2005) sieht teilweise weniger Verkehr vor als jetzt schon vorhanden ist.

Am 17.4.2008 wurde behauptet, dass die Verkehrszunahme geringer ausgefallen wäre, als im Verkehrskonzept von 1992 prognostiziert worden sei. Das scheint im ersten Moment richtig zu sein. Beim zweiten Hinsehen/Hinhören könnte es auch eine schlau eingefädelte Verwirrtaktik sein. Denn die "alte Prognose 2020" wurde fortgeschrieben und sieht nach 1992 in Wirklichkeit z.T. deutlich weniger Verkehr vor, als behauptet wird.

Was sich anhand des Beispiels Wolfgang-Brumme-Allee schlüssig erläutern läßt:

Das vorgenannte Papierchen und die Vortragenden am 17.4.2008 sprechen bei der Wolfgang-Brumme-Allee (WBA) von tatsächlichen 19.900 bzw. 24.800 Kfz/Tag und behaupten, dass die Analyse anno 1990 von 28.000 bzw. 29.800 (für 2007?) ausgegangen wäre. Gut, dass mag sein, obwohl man mir gegenüber die Offenlegung dieser Analyse, bzw. des Generalverkehrsplanes/des alten Verkehrskonzeptes mit den fadenscheinigsten Gründen stets verweigert hat ("Das geht nicht." "Habe ich auch nicht" "Das ist für den Laien nur sehr schwer/ nicht verständlich" "Das macht keinen Sinn" "Der wird ständig fortgeschrieben, den hat nur das Büro" "Den haben wir nicht" "Unsere Unterlagen sind nicht aktuell" "Damit können Sie nichts anfangen, da steht nichts Interessantes drin" "Das hat keinen Zweck für Sie" "Es gibt sowieso irgendwann einen Neuen").

Trotzdem gibt es öffentlich zugängliche Unterlagen aus dem Jahr 2005 ("Fortschreibung Verkehrskonzept Unterstadt im Rahmen der Gesamtverkehrskonzeption Böblingen", Februar 2005, Planungsgruppe Kölz, basierend auf dem alten Verkehrskonzept; siehe unten Anm. dazu), mit denen nachgewiesen werden kann, dass der WBA von der alten und angeblich zu hohen Prognose 2020 weit niedrigere Werte vorausgesagt werden. Ganz genau zwischen 15.300 und 19.800. Damit sind die augenwischenden 28.000, bzw. 29.800 Makulatur. Diese aufgewärmte Uralt-Geschichte von 1992 ist tatsächlich schon lange kein Thema mehr.

Skandälchen?

Die Sache scheint also genau umgekehrt zu sein, oder das Planungsbüro Kölz hat etwas arg daneben gelegen. Was da wohl wirklich dahintersteckt? So um die Verkehrsklausur herum begannen die Jubelberichte über ein Böblingen, das anscheinend fast gar keine Verkehrsprobleme mehr hat. Will da jemand mit aller Gewalt die Lahmlegung der Hauptverkehrsachse durchdrücken? Sollen die heutigen Verkehrszahlen deshalb in ein etwas besseres Licht gerückt werden? Sehr interessant ist jedenfalls, dass die aktuell festgestellten Verkehrszahlen mit 19.900 und 24.800 schon in 2007 weit höher liegen, als es die "alte" (fortgeschriebene) Prognose für das Jahr 2020 mit 15.300 und 19.800 jemals vorsah.

Anm.

1.) Bei allen genannten Daten sind die Umgehungsstraßen bereits berücksichtigt.

2.) Bei den Werten der "alten" Prognose 2020 von 2005 ist die Querspange berücksichtigt, bei der neuen (lt. mündl. Angaben der Stadt) noch nicht. Das wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass bei der "alten" Prognose von einer Vollaufsiedlung des Flugfelds - mit einer entsprechenden Verkehrszunahme in der Innenstadt - ausgegangen wird. Dabei heben sich die unterstellte Entlastungswirkung für die Innenstadt (und damit auch die WBA) durch die Querspange und die Zunahme durch die Vollaufsiedlung des Flugfelds gegeneinander auf (mündl. Aussagen seitens der Stadt bis einschließlich 17.4.2008).

3.) Ich lasse mich gern eines Besseren belehren - aber nur mit öffentlich zugänglichen Dokumenten und Plänen. 

c) In dem genannten Werk, das auch den Brummkreisel abhandelt, wird die Friedrich-List-Straße ziemlich konsequent außen vor gelassen. Darin sind auch Pläne zu finden, in denen die Friedrich-List-Straße sehr stiefmütterlich behandelt wird. Sogar die kleinsten Sackgassen auf dem Flugfeld sind mit Verkehrszahlen erläutert. Die ebenfalls eingezeichnete Friedrich-List-Straße nicht (!). Da muss anwohnerman/anwohnerfrau doch auf dumme Gedanken kommen.

d) Allerorten ist plötzlich zu lesen und zu hören, dass die neuen Umgehungsstraßen sämtlich sehr gut angenommen würden. Das mag für die Panzerstraße stimmen. Bei den Anderen ist m.E. das Gegenteil der Fall. Seit dem Bau der neuen B 464 bis Anfang April 2008 sprach die kompetente Fachwelt davon, dass die neue B 464 nicht gut angenommen würde. Genauso sei es mit der Leibnizstraße, weshalb es auch keinen Zweck hätte, den Verkehr dorthin umzulenken, um die FLS zu entlasten. "Der Verkehrsteilnehmer fährt eben, wo er will." Diese Aussage wurde 2006 und 2007 zu den zwei letzgenannten Straßen von einem sehr langjährigen lokalen Verkehrsexperten gemacht.

Nun ist plötzlich schon immer alles ganz anders gewesen. Das kann jedoch zumindest im Fall der B 464 wohl nicht sein. Zieht man das Amtsblatt zu Rate und studiert die bei Verkehrskontrollen gemessenen Stundenmittel, ergeben sich Werte von 100, 287, 355, 667 und 707 Fahrzeugen/Stunde. Das schafft auch die Liststraße locker. Der unterste Wert mag ein Fehler sein, aber eine hochfrequentierte Bundesstraße in der Region Stuttgart hat üblicherweise deutlich mehr Verkehr. Interessant sind die Werte in der Parkstraße, die zu vergleichbaren Zeitpunkten höher liegen, z.T. mehr als das Doppelte. Ähnliches gilt sinngemäß für die Herrenberger Straße. Ei, wo fahren sie denn?

Verkehrskontrollen

Geschwindigkeitsmessungen:

Diese brachten teilweise Zahlen hervor, die vermuten lassen, dass gelegentlich nur eine Fahrspur - und auch diese unvollständig - gemessen wurde. Vielleicht lag es ja auch an der Einstellung der Geräte, welche nur ab einer bestimmten Geschwindigkeit zu zählen beginnen.

Außerdem wurden  Messsungen teilweise zu recht "günstigen" Zeitpunkten vorgenommen (spannendes Fussball-WM-Spiel, Urlaubszeit, sonntags, usw.) Gelegentlich wurde auch mal eine "vergessen aufzunehmen".

Das höchste, bei Verkehrskontrollen je festgestellte Stundenmittel liegt bei 404 Fahrzeugen/Stunde, was bei uns schon eine "ruhige" Stunde genannt wird. Auch die Zeiten, in denen laut Amtsblatt gemessen wurde, beschränken sich auf 2.40 bis 7.30 Uhr und 19.15 bis 23.20 Uhr. Auffällig ist jedenfalls, dass seit dem 1.11.2007 bis zum 19.4.2008 gar keine (bekannten) Geschwindigkeitsmessungen in der FLS mehr durchgeführt wurden.

Interessant ist auch die Gewichtung der Hauptverkehrsachsen Gansseeweg, Bunsenstraße oder Fritz-Steißlinger-Weg, die mit gemessenen 20 bis 58 Fahrzeugen/Stunde dringendster Verkehrsüberwachung bedürfen. Vor allem, wenn wie einmal geschehen, der Spitzenwert auf satte 80 Kfz/Stunde explodiert.

LKW-Kontrollen:

Sind seit Februar wieder dringend nötig. Im April wurden Stundenmittel von bis zu 36 LKW über 7,5 to ermittelt. Teilweise fuhr sowohl vor als auch hinter einem Polizeifahrzeug ganz gemütlich je ein Schwer-LKW (mit jeweils 2-3 PKW Abstand, aber in bester Sichtweite). Besonders interessant ist auch das sonstige Verhalten der Brummis. Wenn diese bemerken, dass da ein oder mehrere Anwohner zählen, aufschreiben oder aufmerksam werden, fahren nach kurzer Zeit fast nur noch Schwer-LKW durch, die Erdaushub geladen haben oder sonstwie nach Baustelle aussehen. Da kann brummiman/brummifrau immer den Anlieger/die Anliegerin behaupten, denn nebenan gibt es tatsächlich Baustellen. Bei allem Zorn, besonders dem nächtlichen: anwohnerman/anwohnerfrau kann sich ab und an eines Grinsens nicht erwehren, obwohl die Bude wackelt und die Gläser im Schrank klingeln.

Am 15.5.2008 war auf öffentlichen Druck hin endlich wieder einmal eine LKW-Kontrolle in der FLS angesetzt. Just zu diesem Zeitpunkt kippte ein zu schneller Brummi an der Thermalbadkreuzung um. Der Verkehr wurde umgeleitet und konnte die FLS gar nicht mehr erreichen. Auf die Ergebnisse dieser Kontrolle sind wir gespannt.