Allgemein:

Die FLS steigt in Richtung Stuttgart an. So entsteht durch das Beschleunigen und Hochdrehen der Motoren besonders viel Lärm. Dieser wird dann aufgrund der geschlossenen/engen Bebauung mehrfach reflektiert und wie in einem  Schallrohr die Strasse hinauf- und hinunter transportiert.

Im Falle von Öffnungen in der Strassenschlucht durch Seitenstrassen oder unterschiedlich hohe Bebauung ist der Lärm auf der strassenabgewandten Seite der dort stehenden Häuser ebenfalls viel zu hoch.

Die zuletzt berechneten (nicht gemessenen) Lärmwerte liegen zwischen tags 69 und 74, bzw. 60 und 64 dB(A) nachts. Gesundheitsgefahren beginnen bei 70 dB(A) tagsüber und bei 60 dB(A) nachts. Die Pflicht zum Einschreiten der Behörden beginnt bei 72 dB(A) tagsüber und 62 dB(A) nachts. Allerdings existieren Vorschriften, die speziell Tempo 30 bei einer der FLS vergleichbaren Strasse noch nicht so leicht möglich machen. Andere verkehrsrechtliche Anordnungen müssen eine Minderung des Lärmpegels um 2,1 dB(A) erreichen. Das wäre leicht zu bewerkstelligen. Grundlage dafür sind die Berechnungen nach RLS 90. Damit kommt ein Massnahmenpaket gem. unseren bisherigen Vorschlägen in Frage. Dafür fehlt noch der kommunalpolitische Wille. Warum? In spätestens 4 Jahren ist die Stadt ohnehin verpflichtet, Massnahmen zu ergreifen. Wahrscheinlich werden wir die Stadt aber schon vorher nachdrücklich überzeugen können. Unsere Gesundheit steht auf dem Spiel. Dieses Argument gibt wohl bald den Ausschlag. Wenn dann auch noch die - wie vorausgesagt - nach der Verkehrsdatenerhebung wieder ansteigenden Verkehrszahlen berücksichtigt werden, sowie die verfehlte Stadtentwicklungsplanung mit einbezogen wird, haben wir sehr gute Argumente.

Stadtverwaltung:

Schon bei der Lärmkartierung in den 80er-Jahren wurden viel zu hohe Lärmwerte festgestellt.

Im Bebauungsplan "Südlich der Landhausstraße" vonn 2001 wurde ebenfalls festgestellt, dass die Lärmgrenzwerte überschritten seien.

Danach wurde das Lärmminderungsprogramm der Stadtverwaltung eingestellt. Heute soll die Bezuschussung von Wärmedämmungskosten den gleichen Effekt erzielen.

Interessengemeinschaft:

Bei eigenen Messungen wurden noch in mehr als 8 Metern Höhe und ca. 12 Metern Entfernung von der Spurmitte regelmäßig Spitzenwerte von sehr weit über 80 dB(A) festgestellt (Lieferwagen, Schwer-Lkw).

Der gelegentliche Fluglärm beträgt zwischen 55 und 65 dB(A).

Der Grundlärm (ohne Verkehr in der FLS) liegt werktags meist zwischen 50 und 59 dB(A). (Emissionen von Stuttgarter Straße, Kreuzung Sindelfinger Straße und Wolfgang-Brumme-Allee). Allerdings werden wir noch weitere Messungen durchführen.

Diese anscheinend paradiesische Lage existiert kurzfristig auch bei über 500 Fahrzeugen/Stunde. Einige glauben dann sogar, dass die FLS nur sehr wenig Verkehr zu bewältigen hätte. Anwohner anderer Wohnstraßen fühlen sich schon bei 40 Fahrzeugen/Stunde sehr beeinträchtigt. Gut zu erkennen ist die enge, straßennahe Bebauung und die Schallrohrsituation. Andere Bilder mit unserer vollgestopften Straße sind sattsam bekannt, weshalb an dieser Stelle darauf verzichtet wird. 

Der Unterschied zwischen Tempo 30 und 50 kann je nach Fahrzeugtyp und Fahrweise bis zu 20 dB(A) ausmachen. Durchschnittlich beträgt die Lärmminderung nach unseren Messungen zwischen 5 dB(A) Richtung Stadtmitte und 10 dB(A) stadtauswärts.

Allerdings wird dieses Faktum (langsamer=deutlich leiser) von den Berechnungsmodellen nicht in diesem Maße anerkannt. Ebenso erhält man bei einer Halbierung der Fahrzeugmenge teilweise auch nur eine Minderung um 2-3 dB(A), statt der Halbierung des Lärms (10 dB(A))

Für das menschliche Ohr bedeutet eine Minderung des Schallpegels um 5 dB(A) die Halbierung des Lärms, manche sprechen von 3 db(A), die hierzu genügen sollen.

Lieferwagen und LKW produzieren stadtauswärts zwischen 65 und 80 dB(A), stadteinwärts zwischen 62 und 72 dB(A) in 8m Höhe und bis zu 15 m von der Spurmitte entfernt. Direkt an der Hauswand werden wir noch Messungen durchführen.

Wussten Sie schon,

dass der tägliche Verkehrsdurchsatz in Verbindung mit den errechneten Lärmwerten monatelang unter Datenschutz stehen kann? Und auch die Ausschüsse davon nichts erfahren dürfen, weil es nicht aus einem Finanztopf der Stadt bezahlt wurde? Und überhaupt nicht relevant ist, was dabei herauskommt? Und überhaupt vor allem, wenn es um aktuelle Entwicklungen geht? Und überhaupt außerdem müssen die Daten vor den jeweiligen Betroffenen geschützt werden! Und oberüberhaupt sind sie so geheim, dass nicht einmal die Stadt selbst sie kennt! Man muss sie - auf Anweisung der Stadtverwaltung - beim Büro, das sie im Auftrag der Stadt erhoben hat, mühsam und monatelang eruieren! Womöglich ist das neue Urheberrecht auch noch dran schuld. So geschehen anno 2006. Da musste in ein Messgerät investiert werden, auch wenn der offizielle Lärm nicht gemessen, sondern mit wechselnden Modellen errechnet wird.